PEP® – Hintergrund, Wirkung und Ablauf
Was PEP® auszeichnet
PEP® - Prozess‑ und Embodimentfokussierte Psychologie - gehört zu den bifokal‑multisensorischen Interventionstechniken, wie sie zum Beispiel bei EMDR, EMI, Brainspotting um Einsatz kommen. Wahrnehmung und Verarbeitung finden dabei gleichzeitig auf mehreren Ebenen statt – mental, emotional und körperlich. Die Methode basiert auf einer prozessorientierten Weiterentwicklung von Klopftechniken, wie sie aus EFT, TFT oder EDxTM bekannt sind, lehnt jedoch unwissenschaftliche oder esoterische Elemente konsequent ab.
PEP® integriert Elemente aus Psychodynamik, Systemik, Verhaltenstherapie und Hypnotherapie. Darüberhinaus verbindet diese Methode mentale Prozesse mit gezielter Körperwahrnehmung und nutzt diese Verbindung, um emotionale Reaktionen zu modulieren und innere Stabilität zu fördern. Die Vorgehensweise ist klar strukturiert, gut erforscht und darauf ausgerichtet, Selbstwirksamkeit und Selbstbeziehung zu stärken.
Innere Ursachen wirken oft im Verborgenen.
Emotionale Belastungen entstehen selten durch einzelne Situationen. Häufig wirken unbewusste Bewertungen, alte Erfahrungen oder innere Blockaden im Hintergrund weiter. Diese Prozesse laufen automatisch ab und entziehen sich unserem bewussten Zugriff.
PEP® setzt genau an dieser verborgenen Ebene an. Durch die Kombination aus Klopftechniken, fokussierter Aufmerksamkeit und präzisen Selbstinstruktionen werden innere Dynamiken sichtbar, die sonst im Hintergrund bleiben. So entsteht ein Zugang zu emotionalen Ursachen, die unser Erleben prägen, ohne dass wir sie bewusst steuern.
Wie PEP® wirkt.
Im Zentrum von PEP® steht die enge Verbindung zwischen Körper und Psyche: Gedanken, Gefühle und körperliche Reaktionen beeinflussen sich gegenseitig. Beim Klopfen werden bestimmte Punkte am Körper rhythmisch stimuliert, während die Aufmerksamkeit auf belastende Gedanken oder Gefühle gerichtet bleibt. Diese Kombination wirkt gleichzeitig auf mehreren Ebenen des Nervensystems.
Durch die Stimulation bestimmter Körperpunkte kann die physiologische Stressreaktion reguliert werden. Die Amygdala‑Aktivität kann reduziert werden, wodurch das emotionale Alarmsystem des Gehirns weniger stark reagiert. Gleichzeitig wird der präfrontale Kortex – zuständig für bewusste Steuerung und Bewertung – wieder aktiver. Erinnerung und Emotion können sich dadurch neu verknüpfen. Das Ergebnis: Emotionen werden reguliert, innere Klarheit kann entstehen.
Wissenschaftlicher Hintergrund und therapeutische Einordnung.
PEP® ist ein modernes, gut untersuchtes Verfahren. Zahlreiche Studien belegen, dass Klopftechniken messbare Veränderungen in der neuronalen Aktivität bewirken können – insbesondere in Bereichen, die für Angstverarbeitung, Emotionskontrolle und Selbstwahrnehmung relevant sind.
Klopfinterventionen wurden unter anderem in klinischen Studien zu traumabezogenen Symptomen untersucht¹. Bildgebende Verfahren wie fMRT zeigen ebenfalls deutliche neuronale Veränderungen nach Klopftechniken². Besonders bedeutsam sind die Arbeiten der Medizinischen Hochschule Hannover, die erstmals sichtbar machten, wie sich die Gehirnaktivität während des Klopfens verändert – sowohl bei angstauslösenden als auch bei ekelerregenden Reizen³. Eine weitere Studie im Journal NeuroImage: Clinical dokumentiert zusätzliche Effekte bifokaler Klopfinterventionen im Vergleich zu etablierten Emotionsregulationsstrategien⁴.
Die Studien aus Hannover sind deshalb so relevant, weil sie zeigen, dass Klopfen allein – ohne zusätzliche therapeutische Anleitung – messbare Veränderungen auf Stress‑ und Emotionsverarbeitung auslösen kann. Auch Selbstanwendungen sind wissenschaftlich untersucht und zeigen nachvollziehbare Wirkungen auf neuronale und physiologische Prozesse.
Diese Erkenntnisse bestätigen, was viele Klient:innen intuitiv erleben: PEP® kann helfen, blockierende Emotionen wie Angst, Wut oder Scham zu beruhigen – schnell, nachhaltig und auf neurowissenschaftlich nachvollziehbare Weise. Die Methode lässt sich gut in therapeutische Prozesse integrieren und eignet sich sowohl für akute Belastungen als auch für länger bestehende emotionale Muster.
Für wen PEP® geeignet ist.
PEP® eignet sich für Menschen, die unter Ängsten, Traumata, Unsicherheiten oder innerer Anspannung leiden und einen aktiven, körperorientierten Zugang zur Emotionsregulation suchen. Die Methode kann hilfreich sein, wenn Selbstwertprobleme, innere Kritik oder hinderliche Glaubenssätze das eigene Erleben prägen. Auch bei Auftritts‑ oder Prüfungsstress, emotionaler Überforderung oder Situationen, in denen man sich selbst im Weg steht, kann PEP® entlastend wirken. Viele Klient:innen nutzen die Methode zudem bei psychosomatischen Stressreaktionen oder dann, wenn sich alte Muster immer wieder bemerkbar machen und neue Handlungsspielräume entstehen sollen.
Wie eine Sitzung abläuft.
Eine Sitzung beginnt mit einer gemeinsamen Klärung des Anliegens. Anschließend wird behutsam herausgearbeitet, welche Gedanken, Gefühle oder körperlichen Reaktionen im Vordergrund stehen. Mit Klopftechniken, gezielter Aufmerksamkeitslenkung und kurzen Selbstakzeptanzübungen wird das emotionale Erleben Schritt für Schritt reguliert.
Typisch für PEP® ist die Verbindung aus klärenden Gesprächen, Aufdecken unbewusster Blockaden, emotionalem Coaching und präzisen Selbstakzeptanzübungen, die durch das Klopfen ergänzt werden. Menschen berichten häufig von Entlastung während der Sitzung und mehr innere Ruhe.
In meiner Praxis.
Ich integriere PEP® achtsam, strukturiert und individuell abgestimmt in meine therapeutische Arbeit. Die Methode eignet sich sowohl als eigenständiger Prozess als auch in Kombination mit anderen Verfahren wie Embodiment, Yager‑Code oder dem Triadischen Prinzip.
Ich habe meine PEP®‑Fortbildung bei Dr. Michael Bohne absolviert und biete dieses Verfahren als offizielle PEP®‑Anwenderin in meiner Praxis in Tübingen an.
Über Dr. Michael Bohne
Dr. Michael Bohne ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und einer der führenden Experten im Bereich moderner Emotionsregulation. Er entwickelte PEP® als integratives, wissenschaftlich fundiertes Verfahren, das Körper, Psyche und neuropsychologische Erkenntnisse verbindet. Seine Arbeit zeichnet sich durch Klarheit, Humor und eine konsequent ressourcenorientierte Haltung aus.
Weitere Informationen zu PEP® finden Sie auf der offiziellen Seite von Dr. Michael Bohne
Zur Selbsthilfe entwickelte Dr. Michael Bohne in Zusammenarbeit mit Dr. Sabine Ebersberger die Seite Innen-Leben.
Quellen
Stapleton, P. et al. (2019). fMRI investigation of neural changes following Emotional Freedom Techniques treatment. Energy Psychology: Theory, Research, and Treatment, 11(2), 1–14.
Wittfoth, D., Pfeiffer, A., Bohne, M., Lanfermann, H., & Wittfoth, M. (2020). Emotion regulation through bifocal processing of fear‑inducing and disgust‑inducing stimuli. BMC Neuroscience, 21.
Wittfoth, D., Beise, J., Manuel, J., Bohne, M., & Wittfoth, M. (2022). Bifocal emotion regulation through acupoint tapping in fear of flying. NeuroImage: Clinical, 35